Bohmte. Die Entwicklung des Gesundheitswesens im Landkreis Osnabrück war Thema bei einem Besuch von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Bohmte (Wittlager Land).
CDU-Landratskandidat Thomas Spieker bezeichnet ihn als Kämpfer für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Und ein solcher möchte Spieker auch für den Landkreis Osnabrück sein.
Spieker sagte, es sei eine Schande, "dass in den letzten 11 Jahren 33 Prozent der Planbetten im Landkreis verschwunden sind. Wenn die Notaufnahme schließt, geht ein Stück Sicherheit verloren. Das werde ich nicht mehr länger hinnehmen". Grund- und Regelversorgung von Menschen auch in ländlichen Räumen sei die Bedingung dafür, dass Menschen dort bis ins hohe Alter bleiben könnten.
"Ich kämpfe für das Osnabrücker-Land-Stipendium", betonte Spieker: "Wir holen die jungen Medizinstudenten hierher, unterstützen sie finanziell und sorgen dafür, dass sie als Hausärzte bei uns im ländlichen Raum bleiben. Das ist echte Vorsorge."
Minister Laumann erläuterte mit Blick auf das Gesundheitswesen: "Die Dörfer brauchen mindestens einen Hausarzt. Wenn es den nicht gibt, gibt es keine Apotheke und damit gar keine ärztliche Versorgung mehr." Viele Probleme lösten schon die Apotheken. Die Frage der Gesundheitsversorgung sei früher nie eine gewesen. Heute sehe es anders aus: "40 Prozent unserer Ärzte auf dem Land sind über 60 Jahre alt."
Neue Praxen seien heute anders: "Die Praxen sind größer und haben Angestellte. Sie werden als kleine Gesundheitszentren geführt. Vieles wird über nichtärztliches Personal gemacht."
"Ich kann Kommunen nur raten, die Einplanung von Arztpraxen immer vor Augen zu haben." Einen Investor zu finden sei nicht schwer. Man müsse schauen, Strukturen zu schaffen für Ärzte.
Viele Ärzte heute wollten das unternehmerische Risiko nicht mehr. "Daher haben wir immer mehr angestellte Ärzte. Aber: Arztpraxen entstehen nicht mehr von selber." Die Gemeinde müsse das Feld bestellen.
Es gebe auch die Möglichkeit, dass Krankenhäuser MVZ (Medizinische Versorgungszentren) betreiben und in die ambulante Versorgung einstiegen.
Laumann: "Und wenn alle Stricke reißen, kann man auch kommunale MVZ in Trägerschaft der Gemeinde aufmachen. Das wird oft gemacht, um Arztsitze zu halten. Ich halte das für eine gute kommunalpolitische Maßnahme. Aber im besten Fall übernimmt der Arzt die Praxis später, so dass die Gemeinde sie nur im Übergang hat."
Denn auch für die stationären Versorgungen und Menschen zuhause sei der Hausarzt wichtig.
CDU Ostercappeln



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